Schuhtechnische Versorgung bei Diabetes mellitus und degenerativen Abweichungen - J. de Boer, Gerard Gravemaker, Niederlande

Einführung
In der heutigen Gesellschaft scheint Diabetes mellitus (D.m.) Volkserkrankung Nr. 1 zu werden. Immer öfter werden die Versicherungen mit D.m. konfrontiert.
Dieses hat (in den Niederlanden) zu einem Screening durch Hausärzte, Paramedizin, speziellem Diabetes- Pflegepersonal und Fußpfleger geführt. Polyneuropathie - ein häufiges Symptom des Diabetes mellitus - ist für die Orthopädie-Schuhtechniker ein wichtiges Thema. Polyneuropathie hat verschiedene Ursachen. Die Störungen der nervalen Versorgung führen zu einem erhöhten Risiko von Hauterkrankungen. Folge der Neuropathie und Angiopathie bei D.m. sind u.a. sensible Störungen der Haut und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Bei Hautaffektikonen können sich bakterielle Infektionen schneller ausbreiten und innerhalb kürzester Zeit zu ernsthaften Problemen führen, wobei die Amputation eine reelle Bedrohung darstellt. Prävention ist deshalb absolut notwendig.

Ziele
Ziele der speziellen Schuhe bei poly-neuropathischen Füßen sind: Prävention, Heilung und Reduzierung der Hautaffektionen, Reduktion der Fußabweichungen und Erhalten der Mobilität.
Eine große Gruppe von Abweichungen kann ein breites Spektrum an Fußproblemen verursachen. Blasenbildung, unbemerkter „Strain“ (Überdehnung) von Gelenken und die Entwicklung von Fußabweichungen sind dann einige der oft auftretenden Folgen.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten kann der Orthopädie-Schuhtechniker einige effektive Lösungen anbieten damit diese Folgeschäden verhindert werden. Richtlinien des präventiven Handelns sind die sog. „Wagnerklassifikation“ und die „VINU-Score“.

Wir unterscheiden 5 Schuhtypen:

  1. Die herkömmlichen (Konfektions-) Schuhe sind in vielen Fällen ausreichend, wenn sie nach bestimmten quantitativen und qualitativen Kriterien hergestellt worden sind z.B. Hackenhöhe, Schuhform und Konstruktion.
  2. Semi-orthopädische Schuhe werden in der präventiven Phase eingesetzt und wenn kleine Fußabweichungen vorliegen. Der Schuh wird mit individuell angefertigten Sohlen oder mit Schuhanpassungen versorgt.
  3. Der orthopädische Maßschuh bietet die perfekte Passform. Dieser Schuhtyp hat einen sekundär präventiven Charakter und wird bei bedrohenden, degenerativen Abweichungen eingesetzt. Er hat einen Verschluss über den ganzen Fußrücken damit der Fuß nicht nach vorne rutscht und Schnürsenkel damit die Druckverteilung optimal reguliert werden kann.
  4. Bei Ulcerationen oder postoperativ bei Zeh- oder Fußamputationen, kann ein Verbandschuh verschrieben werden. Dieser Schuh soll den Patienten so schnell wie möglich wieder mobil machen.
  5. Wenn mehrere orthopädische Anpassungen am Schuh notwendig sind, können vorübergehend orthopädische Schuhe eine Lösung sein. Die Schuhe werden über einen individuellen Leisten mit individuellen Unterstützungen speziell hergestellt damit der Druck am Fuß gemindert wird. Hat der Patient Schmerzen beim Abrollen, dann wird eine Abrollhilfe in Form einer sog. „Butterflyrolle“ eingebaut.

Schuhwahl
Abhängig vom Schweregrad der Probleme können wir semi- oder orthopädische Schuhe nutzen. Der Orthopädie-Schuhtechniker kann betreff Schnitt- und Ausführung alles anbieten und herstellen was in der Mode gerade gewünscht ist, damit Funktionalität und Ästhetik Hand in Hand gehen.

Schlussfolgerung
Ein Diabetes mellitus kann eine Reihe von Fußproblemen nach sich ziehen. Der Orthopädie-Schuhtechniker kann hier viel Hilfestellung geben und die Lebensqualität erhöhen.

Aktuelles

 

Am 3 November 2018 fand in den Niederlanden in Soest eine Fachfortbildung zum Thema "Schmerz- ein biopsychosoziales Phänomen" mit Herrn Drs. Vincent van Pelt statt.

Op 3 november 2018 vond in nederland in Soest de Cursus "Pijn - een biopsychosociaal fenomeen" met Drs. Vincent van Pelt plaats.

hier een bericht

 

Nächster Jahreskongress der IFPB vom 29. - 31. März 2019  wieder in Rummelsberg

Hier das Programm  Duits   Nederlands

  

Mitteilungen:

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